Ortsnecknamen (auch Ortsneckereien, Uznamen)

Ortsnecknamen (auch Ortsneckereien, Uznamen oder niederdeutsch Terneidsname) sind die scherzhaften Bezeichnungen der Ortseinwohner durch die Bevölkerung benachbarter Orte. In der Regel erzählt man sich eine schwankhafte Geschichte (nicht selten aber auch mehrere, voneinander abweichende), die den Ortsnecknamen erklärt (vergleichbar einer ätiologischen Erzählung). Häufig ist der Ursprung des Necknamens aber nicht mehr bekannt.

In der Ethnologie werden solche (oft gegenseitigen) spöttischen Beziehungen von Volksgruppen joking relationships genannt.

Ortsnecknamen (Uznamen)

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Dörrenbach
Esel

Erfurt
Puffbohnen

Schwaikheim
Schlappohren

Rodalben
Grünesbutscher

Bottendorf
Worschte-Mäuler - Von den Bottendorfern spricht man im Allgemeinen als den “Worschte-Mäulern”. Wie Pfarrer Dr. Gustav Hammann im 1972 erschienenen Bottendorfer Brief Nr. 26 beschreibt, geht dieser Name auf den unstillbaren Hunger der armen Bottendorfer Bevölkerung nach Wurst zurück. Größtenteils als Tagelöhner auf der nahe gelegenen Wolkersdorfer Domäne, als Knechte und Mägde in den umliegenden Bauerndörfern und im Holzwald beschäftigt, hatten die Bottendorfer daheim nur mehr als schmale Kost. Nur die wohlhabenderen Familien im Ort konnten sich leisten, ein Schwein zu schlachten. So erklärt es sich, dass die Bottendorfer, wenn sie in der Fremde arbeiteten, immer zuerst nach der angebotenen Wurst griffen. Es gibt auch eine Anekdote, nach der ein Gastwirt, nach dem Weg nach Bottendorf gefragt, antwortete: “Nach Bottendorf? Ganz einfach Junge, immer den Worschteschalen nach!” Obwohl der Spitzname auf die Armut der früheren Bewohner des Dorfes zurückgeht, tragen die Bottendorfer ihn heute nicht ohne einen gewissen Stolz. Man ist stolz auf die heimischen Wurstspezialitäten und jeder Bottendorfer wird behaupten, dass die “Rote Wurst”, wie man in Nordhessen zu Mettwurst sagt, nirgends so gut, wie in Bottendorf sei. (Wikipedia)

Herxheim bei Landau
Kondomfreie Zone - Ein Apotheker hat in den 1990er Jahren einen Kondomautomat angebracht, dass sich die Kundschaft auch außerhalb der Geschäftszeiten versorgen kann. Herxheim war und ist ein religöses Nest, und es gab einen Shitstorm von Beschimpfungen, Drohungen und Fassadenschmierereien - natürlich alles anonym. Schließlich hat der Apotheker entnervt den Automat wieder entfernt.

Haiterbach
Kuckuck - Die Haiterbacher haben einmal einen Kuckuck in eine Schublade gesperrt und nach 14 Tagen haben sie die Schublade wieder geöffnet und der Kuckuck ist davongeflogen. Da haben sie festgestellt, dass da noch ein paar alte Rinde Brot in der Schublade waren, von denen sich der Kuckuck ernährt hatte. Im Ort gibt es auch eine Kuckucks-Halle.

Hagenbach
Wölfe

Insheim
Messerstecher

Florstadt
Fleschde Heckeraal - En Raal eas eabbes wäi en Knüppel. Vielleicht beschreibt “Heckeraal” einen groben Menschen, so gibt es zum Beispiel im hiesigen Dialekt dafür noch die Begriffe Waul, Hurras, Glowe oder Reaff.

Wiesbaden
Plasterschisser - Wie in vielen anderen hessischen Städten auch gibt es hier diesen Uznamen, der sich auf das Kopfsteinpflaster (heute in der Altstadt) bezieht, wo vor der Kanalisierung die Fäkalien oftmals entleert wurden. (Aumann, Rettert)

Auringen (Wiesbaden)
Schnogge (Schnaken) - Mit Schnooge sind tatsächlich die Schnaken gemeint. Als Auringer wurden die Schnooge deshalb bezeichnet, weil um Auringen herum viele Wiesen zu finden sind, auf denen besonders viele Schnaken aktiv sind. Hier ist kein Bezug zu den netten Mädels aus dem Nachbarort Naurod zu sehen, wo behauptet wird, es bestünde hier ein äußerer Vergleich zwischen “Nauerder Gins” und “Auringer Schnooge” (“fette” Gänse und “hungrige” Schnaken)

Schifferstadt
Rettisch

Bad Bergzabern
Hamegger

Harthausen
Dullen

Augsburg
Datschiburg

Mainz
Büttel

Berlin
Buletten

Rülzheim
Stecher

Karlsruhe
Briganten

Mannheim
Bloomeiler

Kaiserslautern
Attcher

Ottersheim bei Landau
Bären

Frankfurt am Main
Äbbelwoi-Chicago