Das Leben von ABBA

Die Band ABBA besteht aus Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid.

Sie nahmen einfach die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen und schon war der Bandname „ABBA“ entstanden.
Im Sommer 1966 trafen sich Björn und Benny auf einer Party im schwedischen Vastervik. Zwei Jahre später lernten die beiden ihre späteren Frauen kennen. Agnetha war kurz zuvor mit “Jag Va Sa Kär” (“Ich war so verliebt”) der nationale Durchbruch gelungen. Anni-Frid hatte 1967 als Sängerin einen großen Erfolg in der Fernsehshow “Hylands Horna”. 1968 brachte der Manager, Verleger und Texter Stig Anderson die Vier zusammen und gründete für sie die Schallplattenfirma “Polar Music”.

Grand Prix D’Eurovision

1972 erschien die erste ABBA-Single mit dem Titel “People Need Love”. Damals nannte sich das Quartett noch Björn, Benny, Anna & Frida. Ein Jahr später wurden “She’s My Kind Of Girl” und “Ring Ring” veröffentlicht. “Ring Ring” scheiterte bei der schwedischen Vorausscheidung zum Grand Prix an der skeptischen Jury. Ein Fehler, der 1974 bereinigt wurde, als das Quartett mit “Waterloo” einen neuen Anlauf startete. Der Titel gewann den Grand Prix D’Eurovision im englischen Brighton und verkaufte allein bis Ende 1976 rund sechs Millionen Singles.
Es folgte nun Hit auf Hit.

Bis 1982 verkaufte ABBA weltweit über 180 Millionen Schallplatten und ist damit nach den Beatles die erfolgreichste Gruppe in der Geschichte der Plattenindustrie. ABBAs Erfolgsrezept war, Leichtigkeit mit Melancholie zu verknüpfen. ABBA setzten in ihre Songs mal rockige Akzente in einem luftigen Popsong oder gaben einem verträumten Arrangement durch lateinamerikanische Klänge ein exotisches Flair. Titel, die nie schmalzig genug waren, um in das Schlagergenre zu fallen, aber auch nie zu grob, um den Rock’n’roll-Stars eine ernsthafte Konkurrenz zu sein.

Nun mal was über die einzelnen Personen:

Agnetha

Agnetha Åse Fältskog wurde am 5. April 1950 in Jönköping, Schweden geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte.
Bereits mit fünf Jahren schrieb sie ihr erstes Lied und gab noch im selben Jahr im Rahmen einer Weihnachtsfeier, die ihr Vater organisiert hatte; ihr Debüt auf einer Bühne.
Mit sieben bekam Agnetha ihr erstes Klavier und begann, Klavierstunden zu nehmen und schrieb weiter Songs.

Mit 13 gründete sie ihre erste Band, deren Name „The Cambers“ waren.

Nach der Schule arbeitete sie als Telefonistin und war zugleich Sängerin in einer Tanzgruppe, die sich „Bernt Engelhardts“ nannte. Über diesen Kontakt bekam sie ihr erstes Angebot für eine professionelle Schallplatten-Aufnahme, wobei nicht die Band, sondern ihre eigenen Songs, die sie weiterhin schrieb, den Ausschlag gaben. Mit 18 stand sie dann zum ersten Mal in den schwedischen Charts.

Von 1968 bis 1972 nahm sie auch zusammen mit Dieter Zimmermann, mit dem sie sich 68 verlobte, in der Bundesrepublik Deutschland auf, landete aber nie einen Hit.
Im Frühjahr 1969 traf sie Björn Ulvaeus während eines Tributes an den schwedischen Komponisten wieder, der zu der Zeit Sänger in einer Folkgruppe war. Bereits im Jahr zuvor hatten sie sich während einer Tournee zum ersten Mal getroffen, doch dieses Mal verliebten sie sich und heirateten 1971, ein Jahr, nachdem beide ihr Debüt zusammen mit Benny Andersson und Anni- Frid Lyngstad hatten.

In der sich daraus 1972 formierenden Gruppe ABBA nahm Agnetha die Rolle als Leadsängerin neben Anni-Frid ein. Für ihre Solokarriere blieb immer weniger Zeit, erfolglos blieb sie aber nicht. Das 1987 veröffentlichte “I Stand Alone”, einstweilen ihr letztes Soloprojekt, belegte in den schwedischen Charts den ersten Platz.

Seit 1979 von ABBA- Mitglied Björn geschieden.

Die schöne Blonde lebt, wie es heißt: einsam, auf einem Gutshof bei Stockholm. Nach der Scheidung von Björn scheiterte auch ihre zweite Ehe (zwei Kinder, 25 und 21) vor fünf Jahren. Sie spricht heute nicht mehr über ABBA und soll rückblickend gesagt haben, die ABBA- Jahre seien “die Hölle” gewesen. Außerdem beschäftigt sie sich nun noch mit Astrologie und Yoga.

Benny

Göran Bror Benny Andersson wurde am 16. Dezember 1946 in Stockholm geboren, in dessen Vorort Vällingby er aufwuchs. Mit sechs bekam er ein Akkordeon, auf dem er zusammen mit seinem Vater und Großvater zusammen spielte. Mit zehn folgte ein Klavier und entsprechender Unterricht, allerdings brachte sich Benny Musik lieber selber bei.

Als Teenager spielte er dann in einer Band, wo er während eines Konzertes von Svenne Hedlund gehört wurde. Hedlund, Mitglied der damals aufstrebenden Popgruppe „Hep Stars“, engagierte ihn als Orgelspieler, eine Stelle, die in der Gruppe kurz zuvor vakant geworden war.
Von 1964 bis 1969 spielte Benny mit den „Hep Stars“ 20 Top Ten- Hits ein. Ohne Zweifel waren sie damit die erfolgreichste Popgruppe Schwedens in den 60er Jahren.
Im Frühjahr 1969 orientierten sich Teile der Gruppe musikalisch neu, und Benny verließ die Band im August.

Zuvor hatte Benny zum ersten Mal Anni-Frid Lyngstad getroffen und wurde mit der Zeit ihr Produzent. Zusammen mit Björn Ulvaeus schrieb er den Song Peter Pan, den Anni-Frid sang. Dies was das erste gemeinsame Projekt der späteren ABBA- Mitglieder.
Björn und Benny schärften sich bei ihrer Zusammenarbeit gegenseitig wie Messer, ein glücklicher Umstand, der schließlich zur Gründung von ABBA führte. Dabei verfolgte Benny weiterhin Soloprojekte und wurde schließlich in den Stand als “Bester zeitgenössischer Komponist Schwedens” gehoben.

Geschieden: Seit 1981 von ABBA Mitglied Anni-Frid.
Kinder: Helena, geb. 1968 und Peter geb. 1969 von seiner früheren Freundin Christina Grönvall.
Der Bärtige am Klavier (heute 52) heiratete nach seiner Scheidung von ABBA – Frau Anni-Frid wieder, wurde noch einmal Vater, lebt in Stockholm. Er arbeitet immer noch mit Björn zusammen, z.B. beim Musical „Chess”, und zuletzt bei „Mamma Mia”. Gerade hat er ein Kirchenlied komponiert, das als Millennium – Psalm zur Jahrtausendwende in ganz Schweden gesungen werden soll. Über Glück und Leid als ABBA – Mitglied sagt er schlicht: “Die Musik war das Wichtigste”

Björn

Björn Kristian Ulvaeus wurde am 25. April 1945 in Göteborg geboren, wuchs aber in der Kleinstadt Västervik auf, in die die Eltern zogen als Björn sechs war.

Bis in die 50er Jahre spielte Musik für die Familie keine wesentliche Rolle, was sich für Björn änderte, als er Gefallen am Rock ‘n’ Roll fand. Mit 12 bekam er seine erste Gitarre, und ein paar Monate später trat er der Band seines Cousins bei.

Zusammen mit dem Bassisten der Gruppe wechselte Björn später in die Mackie’s Skiffle Group, die bis dahin in West Bay Singers umgetauft, an einem Talentwettbewerb des schwedischen Radios teilnahmen.

Eine Zeitungsnotiz darüber brachte der Band ihren ersten Schallplattenvertrag bei Polar Music ein, mit dem sie als „Hootenanny“ Singers Mitte der 60er Jahre eine der populärsten Gruppen Schwedens wurden. Ihre Musik war stark von amerikanischen Gruppen inspiriert.

Trotz des Erfolges begann Björn davon zu träumen, von der Folk-Music in die Pop-Szene zu wechseln. Eine Richtungsänderung, die ab 1965 schrittweise vollzogen wurde.

Im Juni 1969 wurden drei der Bandmitglieder in den Militärdienst eingezogen, was Anlass zu einer Abschiedsparty wurde, zu der auch die damals erfolgreichste Gruppe Schwedens, die „Hep Stars“ eingeladen wurde.

Im Herbst 1969 nehmen sie als „Björn & Benny“ ihre ersten Stücke auf, die 1970 erschienen. Im März 1972 erschien dann die erste ABBA- Single „People Need Love“, Grundstein einer der erfolgreichsten Musikgeschichten der70er Jahre.

Seit 1979 von ABBA Mitglied Agnetha geschieden.
Der Junge mit der Sternenglitter – Gitarre ( ist heute 54) hat zur Zeit mit seinem Musical “Mamma Mia” (mit 27 ABBA- Hits) in London großen Erfolg. Er heiratete wieder, wurde noch mal Vater, lebt heute mit seiner Familie in Stockholm. Über die Gründe warum ABBA 1982 auseinander ging, sagt er heute: “die Luft war raus, das Kapitel ABBA abgeschlossen.” Ein Comeback schließt er aus: “Die Fans sollen uns so in Erinnerung behalten, wie wir waren.”

Anni- Frid

Anni- Frid Synni Lyngstad, besser bekannt als Frida, ist das einzige ABBA- Mitglied aus Norwegen, wo sie, etwas außerhalb Narviks, am 15. November 1945 geboren wurde. Vor allem aber verlief ihre Kindheit deutlich dramatischer als die der anderen Musiker.
Fridas Vater war deutscher Soldat, ihre Mutter eine norwegische Teenagerin, und die Beziehung zwischen beiden war in der Bevölkerung nicht eben gerne gesehen, schließlich war Norwegen von den Deutschen besetzt.
Wegen des Geredes über den Vater, der bald wieder zurück nach Deutschland fuhr und weil Frida ein uneheliches Kind war, entschloss sich ihre Großmutter 1947, Frida mit nach Schweden, nach Torshälla zu nehmen. Die Mutter kam nach, starb aber keine zwei Jahre nach Fridas Geburt.

Frida suchte in der Musik Geborgenheit und hatte mit elf ihr Bühnendebüt während einer Wohltätigkeitsveranstaltung des Roten Kreuzes.
Im Oktober trat sie einer berühmten Big Band bei, wo sie ihren ersten Mann, Ragnar Fredriksson fand, mit dem sie zwei Kinder hatte.
1964 gründeten Frida und Ragnar ihre eigene Gruppe, die sie“ Anni- Frid Four“ nannten.

Nach einigen Talentwettbewerben unterschrieb Frida 1967 bei EMI, wo sie ihre erste Single verlegte.
Eine ganze Reihe an Auftritten und Zusammenarbeiten mit Musikern wie Lasse Lönndahl und dem Jazzpianisten Charlie Norman später, betrat Frida 1969 erstmals die Charts.

Obwohl Benny sich mit eigenen Kompositionen bei denselben Festivals bewarb wie Frida, liefen sie sich erst später in Malmö über den Weg, wo beide arbeiteten. Sie fanden rasch zueinander und Benny begann, ihre Songs zu produzieren.
Wirkliche Erfolge blieben aber aus; auch die erste Tournee, die sie zusammen mit einem anderen Paar, Björn und Agnetha zwischen 1970 und 71 unternahmen, bildete keine Ausnahme. Das änderte sich schlagartig mit der Single „People Need love“, die die vier 1974 herausgaben.

Seit 1968 von dem Musiker Ragnar Fredriksson und seit 1981 von ABBA- Mitglied Benny Andersson geschieden.
Die lustige Rothaarige(ist heute 53) lebte seit ihrer Hochzeit mit dem Deutsch – Schweden Ruzzo Reuss von Plauen, als eine echte Prinzessin, in der Schweiz. Vor kurzem verstarb ihr Mann. Mit Königin Sylvia engagiert sie sich z.B. gegen Drogen. Zwei Kinder, beide aus erster Ehe: Hans (geb. 1962) und Lise-Lotte (geb. 1964). Lise-Lotte verunglückte 1998 mit 30 tödlich.
Auf die Frage, ob sie noch oft an die ABBA- Zeit denken würde, sagt sie: “Nein, es gibt Wichtigeres.”

Nach Auflösung der Band 1982 komponierten Benny und Björn 1984 gemeinsam mit dem englischen Texter Tim Rice das Musical “Chess”, aus dem der von Murray Head gesungene Hit “One Night in Bangkok” hervorging.

Im selben Jahr erschien Fridas Solowerk “Shine”, produziert von Steve Lillywhite, nachdem zwei Jahre zuvor in Zusammenarbeit mit Phil Collins das Album “Something’s Going On” entstanden war.

Auch Agnetha feierte Solo-Erfolge. 1983 nahm sie mit Produzent Mike Chapman “Wrap Your Arms Around Me” auf, Eric Stewart betreute die 85er Produktion “Eyes Of A Woman”. Beide haben sich inzwischen aus dem Showgeschäft zurückgezogen.

Björn und Benny arbeiten weiterhin zusammen. Gemeinsam haben sie das von Catherine Johnson geschriebene Drehbuch “Mamma Mia” als Musical umgesetzt, das 1999 in London uraufgeführt wurde – ein Musical, von dem sie nicht wussten, dass sie es bereits geschrieben hatten.