Cannabis

Hanf- eine seid Tausenden von Jahren bekannte Kulturpflanze

Hanf, auch bekannt als Cannabis sativa, ist in den verschiedensten Kulturen schon seid mehreren Tausend Jahren als Heil-, Kult-, und Rauschmittel bekannt. Dass diese Droge so manche Anwendung in der Medizin hat, wird oft gerüchteweise gehört. Wie sieht die Situation aber wirklich aus? Ist Hanf tatsächlich eine Wundermedizin gegen alles? Oder ist das alles nur eine Ausrede für die ganzen Legalisierungsbefürworter?

Die ersten schriftlichen Angaben über die medizinische Nutzung der Pflanze reicht auf ein ca. 4700 Jahre altes chinesisches Lehrbuch über Botanik und Heilkunst zurück. Ab dem 16. Jahrhundert ist Cannabis in vielen Kräuterbüchern zu finden. Anfang des ersten Kreutzzuges wurde Cannabis auch in der Volksmedizin eingesetzt. Cannabis wurde zu einem echten Ersatz für die Nebenwirkungsreichen Opiate. Es wurde gegen Migräne, Neuralgie, Epilepsie-ähnliche Krämpfe, und Schlafstörungen eingesetzt. Bis zum Jahr 1898 war Cannabis in Amerika das mit Abstand meist verkaufteste Schmerzmittel, doch Aspirin ließ Cannabis durch die ganzen neu entwickelten synthetischen Medikamente vom Markt verschwinden. Europaweit gab es bis zum Jahr 1900 bis zu 100 verschiedene Medikamente, die Wirkstoffe aus der Cannabis Pflanze beinhalteten. Doch durch Dosierungsschwierigkeiten und die immer häufiger verschriebenen synthetischen Medikamente nahmen die Verschreibungen von Cannabis gegen Krankheiten zum 20. Jahrhundert immer weiter ab, bis es schließlich Mitte des 20. Jahrhunderts komplett verboten wurde, da man mit der Dosierung noch höchste Schwierigkeiten hatte. Ab diesem Zeitpunkt wurde Cannabis offiziell im Betäubungsmittel Gesetz illegalisiert und diente nur noch zu Forschungszwecken und verbreitete sich in der Stoff- und Seilindustrie, da die Pflanzen einen idealen Faserrohstoff baten. Aus den Hanfsamen wurde das Hanföl gepresst, und auch die psychoaktive Wirkung der Pflanze wurde nun auch unter der Bevölkerung immer mehr bekannt, was die illegale Konsumierung immer mehr steigerte.

Doch erst vor wenigen Jahren hat man im Körper die Schaltstellen entdeckt, die durch Cannabinoide aktiviert werden. Hier handelt es sich um ein eigenständiges System, das sowohl Schmerzen regulieren, Übelkeit und Erbrechen normalisieren als auch auf das Immungeschehen einwirken kann. Forschungsergebnisse bewiesen, dass Cannabis durch diese Aktivierung der Schaltzellen maßgeblich für die Regulierung des Zelluntergangs, wie bei einem Schlaganfall positiv genutzt werden kann. Dieses Forschungsergebnis gab der Pflanze eine neue Möglichkeit sich in der Medizin zu beweisen. Durch diese Erkenntnisse hat das Bundesministerium für Gesundheit 1998 Dronabinol ( auch bekannt als THC oder Tetrahydrocannabinol ), den Hauptwirkstoff aus der Hanfpflanze, durch Änderung des Betäubungsmittelgesetzes erstmals wieder verordnungsfähig gemacht. Der Wirkstoff ist nun wieder als legales Arzneimittel verfügbar. Ab 1998 konnte sich die Medizin auch mit diesem Wirkstoff intensiver beschäftigen, da er nun wieder legal war und erreichten sehr positive Ergebnisse. Es gibt heute schon mehrere Schmerzkliniken, und eine der erfolgreichsten Kliniken, die sich mit dem Wirkstoff befassten ist die Schmerzklinik in Kiel. Schon nach einem Jahr Forschung mit dem Wirkstoff Dronabinol konnte die Klinik Menschen helfen, die wegen starken Schmerzen und einigen Operationen schon an den Rollstuhl gefesselt waren. Zunächst versuchte man den Patienten mit Opioden ( von Opium, ist der getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln des Schlafmohns ) die Schmerzen zu nehmen. Das klappte wunderbar, nur die Nebenwirkungen dieser Opioden machten den Patienten mehr zu schaffen als die Schmerzen. Die Folgen der Opioden waren Zitteranfälle, und sogar Zahnausfall. Die Ärzte mussten nun einen Wirkstoff finden, der gegen diese Nebenwirkungen wirkt. Professor Dr. med. Hartmut Göbel, ein Facharzt für Neurologie und spezielle Schmerztherapie und Leiter der Schmerzklinik Kiel hatte inzwischen auch das Hanf-Präparat Dronabinol in sein Behandlungskonzept aufgenommen. Mit Hilfe dieses Cannabismittels konnten sowohl die Schmerzen betäubt als auch die Nebenwirkungen genommen werden.

Es zeigten nun immer mehr Forscher in der Medizin ihr Interesse an diesem Wirkstoff und so kam es dazu, dass Cannabis immer mehr Verwendung in fast allen Bereichen der Medizin fand.
Zur Zeit ist die Medizin damit beschäftigt, Cannabiniode auch in der Bekämpfung von Krebs und auch AIDS einsetzen zu können.

Eigenschaften des in der Medizin hauptsächlich verwendeten Wirkstoffs Dronabinol.

Damit eine psychoaktive Substanz wie Dronabinol oder THC (Tetrahydrocannabinol) wirken kann, muss sie an einer bestimmten Stelle der Nervenzelle, dem Rezeptor, gebunden werden. THC passt glücklicherweise auf diesen Rezeptor wie ein Schlüssel in ein Schloss. Durch die Entdeckung des Rezeptors für den Wirkstoff THC zu Beginn der 90er Jahre brachte den Forschern auch viel mehr Möglichkeiten sich über THC und die Rezeptoren auch der bisher unheilbaren Krankheit AIDS zu bekämpfen und führte Wissenschaftler zu einem völlig neuem Verständnis zur Wirkung im Gehirn
Von nun an ist unter den Forschern in der Medizin der Wirkstoff des Hanfes nicht nur ein Mittel, dass mit seiner mysteriösen Wirkung immer mehr Menschen ins Krankenhaus bringt, sondern immer mehr ein Schlüssel für bissher für die Forschung verschlossene Türen wie unteranderem die Bekämpfung oder gar Heilung von Krebs und AIDS geworden.

Es ist bewiesen, dass der Mensch über ein körpereigenes THC verfügt. Das körpereigene THC heißt Anandamid, aus einer in den Zellmembranen vorhandenen Fettsäure. ( der Begriff Anandamid stammt zum Teil aus dem indischen Sankskrit: ananda = Glückselligkeit )

In den bissher durchgeführten Tierversuchen lösen Anandamine genau die Gleichen Wirkungen aus, die auch vom THC der Cannabis Pflanze bekannt sind.

Anandamine beeinflussen Bewegungskoordination, Emotionen und Gedächnisfunktionen. Immer wenn wir uns angenehm fühlen, dann rollt sich unser Gehirn sozusagen einen Anandamid-Joint.
Vor allem im Bereich des Kleinhirns und der Basalganglien, wo die Bewegungsabläufe und die Feinmotorik koordiniert werden, findet man Anandamid Rezeptoren. So ist also auch die Wirkung des THC’s aus der Cannabis Pflanze nach hohem Konsum auf den Körper erklärt.

Auch im Hippocampus, einem Teil des Gefühlzentrums im Gehirn befinden sich die Rezeptoren sowie in der vorderen Großhirnrinde, wo das Bewusstsein und das Gedächtnis befindet. So werden die traumähnlichen Zustände und der Gedächtnis Verlust nach einem sehr hohem Konsum des THC’s der Cannabis Pflanze beschrieben.

Was das THC in der Medizin so ungefährlich macht ist die sehr geringe bis auszuschließende Wirkung des THC’s an dem Hirnstamm, der lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung steuert, da sich dort keine oder kaum Rezeptoren für THC befinden. Diese Wirkungen machen das Dronabinol in der Medizin zu einem mehr als gleichwertigen Stoff wie Opium.

Es ist sogar bewiesen, das auch extrem hoher Cannabiskonsum bislang noch niemals bei einem Menschen zum Tode geführt hat ( anders als bei Alkohol und Heroin ). Das Verhältnis von psychoaktiv wirksamer zu tödlicher Dosis beträgt für THC nur ca. 1:20000, Alkohol hingegen schon ca. 1:8 ( schon mehr als bei Ecstasy mit ca. 1:10 ) und schlielich Heroin mit ca. 1:4.
Alleine diese Daten lassen bei Cannabis schon fast auf eine völlig ungiftige Droge schließen.

Grundsätzliches zur Pflanze und der illegale Konsum von Cannabis

Cannabis ist nur die botanische Bezeichnung der Hanfpflanze. Bei uns in Deutschland ist Cannabis sativa die dominierende Droge ihrer Art.
Hauptsächlich werden die verschiedenen Stoffe als psychoaktive Droge genutzt. Im Gegensatz zu dem in der Medizin benutzten Dronabinol werden unter den Konsumenten folgende psychoaktive Stoffe gewonnen:

  • Marihuana, das getrocknete Blatt-, Blüten- und Stengelteile, die unter den „Kiffern“ auch als „Gras“ bekannt ist.
  • Haschisch, das Harz der Blütenstände vermischt und gepresst mit Teilen der Blüten und Blätter.
  • Haschischöl, ein dickflüssiges, teerartiges Konzentrat aus der gepressten Pflanze, wird ähnlich gewonnen wie das Kokain aus der Schlafmohnblume.

Insgesamt enthält Cannabis ca. 420 Inhaltsstoffe, worunter auch 60 Cannabinoide, die auch in der Medizin als Schmerzlindernde Mittel genutzt werden. Wie weiter oben schon genannt ist das Delta-g-Tetrahydrocannabinol ( THC ), der wichtigste psychoaktive Stoff aus der Hanfpflanze.

Unter den illegal verkauften Cannabis Pflanzen wurden schon die verschiedensten Arten von Cannabis Pflanzen sichergestellt und auf ihren THC Wert untersucht. Früher betrug die THC Konzentration in einer Pflanze je nach Sorte ca. 0,5 bis 7 Prozent. Bei einigen Pflanzen die im Jahr 2003 sichergestellt wurden, lag der mittlere THC Gehalt bei 15 Prozent. Diese starke Steigerung des THC Bestandteils könnte zu einer richtigen Bedrohung unter den Konsumenten Führen, da die Dosierung bei dem Konsum auch dem THC Bestandteil angepasst werden muss, damit es nicht zu übertriebenen Gefühlsschwankungen bei den Konsumenten kommt. Zu den neusten sichergestellten Cannabis Pflanzen gibt es noch keine verlässlichen Angaben. Die derzeit geschätzte wirkungsstärkste Cannabis Pflanze ist bekannt unter dem Namen „black Afghan, oder einfach nur dem schwarzen Afghanen“ bekannt.

Zur den möglichen Aufnahme Methoden:

Wenn man Cannabis isst, wird das THC zunächst im Magen und im oberen Darmbereich verarbeitet. Es wird mit dem Blut in die Leber transportiert und gelangt von dort aus zum Gehirn.
Beim Rauchen oder beim Inhalieren der Dämpfe gelangt das THC über die unzähligen Kapillaren der Lungenoberfläche ins Gehirn. Die Wirkung von gegessenem Cannabis unterscheidet sich sehr deutlich von der Wirkung, die durch das Rauchen oder Inhalieren erzielt wird.

Beim Rauchen tritt die Wirkung spätestens nach 10 Minuten völlig ein. Der sogenannte –maximale THC-Spiegel- ist im Blut schon bei 15-30 Minuten erreicht. Die psychoaktive Wirkung kann bis zu 2 bis 4 Stunden andauern. Bei dem Konsum von Cannabis in Form von Keksen, Kuchen oder auch als Tee, beginnt die Wirkung erst einige Zeit später.

Die Nachweisbarkeit des Konsums:

Die Nachweisbarkeit von Cannabis ist sehr unterschiedlich und hängt vom Konsum, Körperfett und Stoffwechsel ab. Der psychoaktive Stoff THC ist äusserst fettlöslich und lagert sich im Fettgewebe ab. Da das THC auf diese Weise im Körper deponiert wird, sinkt der THC-Blutkonzentrationsspiegel nur ganz langsam und so ist der Wirkstoff noch lange im Blut messbar. Bei einem Nachweis von einem Konsum wird zwischen aktiven und inaktivem THC unterschieden. Aktives THC kann nur bis nach 12 Stunden nach dem Konsum nachgewiesen werden. Danach können nur noch psychisch unwirksame Stoffe Abbauprodukte nachgewiesen werden. Nur durch eine Urin Probe kann man noch wochenlang nach dem Konsum, auch wenn zwischendurch kein Konsum mehr stattgefunden hat, nachgewiesen werden. Im Speichel kann ein Konsum nach 24 Stunden festgestellt werden und bei einer Haarwurzel Probe auch noch nach 3 Monaten.

Es kann für die Fahrtüchtigkeit nur schwerlich ein Grenzwert wie bei einer Promillegrenze festgelegt werden, weil ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Höhe der THC-Blutkonzentration und Stärke und Art der Rauschwirkung
nicht bestimmt werden kann.

Mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen:

Je nach Menge des zugeführten THC, der Konsumart ( Joint, Inhalierung, Keks, Tee, Kuchen ), der bissherigen Erfahrung mit Cannabis, der Persönlichkeit des Konsumenten ( Gewicht, Körperbau, Psychische Verfassung ) und die Situation ( vielleicht schon vor dem Cannabis Konsum mehrere alkoholische Getränke zu sich genommen ) entscheidet über die Wirkung. Also können Cannabiswirkungen mehr und auch weniger intensiv sein, genauso können die Wirkungen auch mehr oder weniger angenehm erlebt werden. Auf jeden Mensch hat die Droge eine andere Auswirkung, denn jeder Mensch hat andere oben aufgelistete Eigenschaften.

Nach einem Konsum sind die Wirkungen:
  • ein trockener Mund und Kehle
  • erweiterte Pupillen und gerötete Augenbindehäute
  • Herzfrequenzerhöhung und Blutdruckveränderungen
  • Muskelentspannung, da die Nervenzellen nicht mehr alle Energieströme für einen abgerundeten Bewegungsablauf an die Muskeln senden können
  • Konzentrationsschwächen und verlängerte Reaktionszeiten
  • Eingeschränkte Gedächtnisfähigkeit, bruchstückhaftes Denken
  • Koordinationsschwierigkeiten und Schwindelgefühle, besonders nach dem Aufstehen
  • Sehr niedrige Hauttemperatur und Kältegefühle
  • Verminderter Augeninnendruck
  • Bei Überdosierungen auch Kreislaufprobleme und Erbrechen
psychische Wirkungen:
  • Verändertes wachheitsbewusstsein, höhere Musik und Lichtempfindlichkeit
  • Rede und Lachdrang
  • Enthemmung
  • wohlige Entspannung, Leichtigkeit, ein sogenanntes Wattegefühl
  • vorrübergehendes starkes gesteigertes Selbstbewusstsein
  • Veränderung des Zeitempfindens, innere Ruhe, verlangsamter Antrieb
  • Gleichgültigkeit und Abwendung von der Umwelt
  • Desorientierung, Verwirrtheit, Angstzustände, Panik und sogar Verfolgungswahn, vor allem nach Überdosierung ( wird durch den psychoaktiven Wirkstoff hervorgerufen )

Risiken für Körper und Psyche nach regelmäßigen Konsum

Der regelmäßige Konsum beeinträchtigt die Lungenfunktion und fördert die Krebserkrankung im Bereich der Atemwege. Diese Erkrankungen kommen allerdings nur von einem regelmäßigen Konsum von Cannabis in Form eines Joints, worin Tabak und Cannabis in einer Mischung konsumiert werden. Alleine der Tabak in einer solchen Mischung führt zu diesen Erkrankungen. Es kommt zu Schädigungen des Immun- und Fortpflanzungssystems, was aber bisher nur durch Tierversuche erwiesen wurde. An Menschen sind solche Schwächungen noch nicht weiter bewiesen.
Es wurde bei Langzeitkonsumenten bewiesen, das alleine Cannabis keine Hirnschäden hervorruft, aber die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen beeinträchtigen kann, was aber auch nicht passieren muss.

Wird allerdings schon mit einem geringen Alter wie 15 Jahren oder gar früher mit der Konsumierung begonnen, so kann das Wachstum des Gehirns stark beeinträchtigt werden, was dann im späteren Alter zu Depressionen, schizophrene Erkrankungen, häufigen Angstgefühlen und sogar bei Frauen und Mädchen zur Unfruchtbarkeit führen kann, aber auch alles nur bei einem regelmäßigen Konsum.

Kann es zu einer Abhängigkeit kommen?

Zu Abhängigkeiten führen meist nur der Tabak der zusammen mit dem Cannabis in Joints konsumiert wird. Bei der Inhalierung der puren Cannabis Wirkstoffe kann es bei einem regelmäßigen Konsum zu einer leichten körperlichen Abhängigkeit kommen. Bei einer bereits bestehender schlechter psychischer Befindlichkeit kann der Konsum von Cannabis auch als –Selbstmedikation-, also als eine Fluchtmöglichkeit vor Problemen, Druck zu Hause, in der Schule oder auf der Arbeit kommen. Die Folgen von einem regelmäßigen Konsum sind, das viele ohne Cannabis Konsum schon gar keinen Spass mehr haben können, nicht mehr in der Lage sind Konflikte auszuhalten, zur arbeit zu gehen oder mit anderen Leuten zusammen zu sein, überall muss der Joint parat liegen.

Wissenschaftler fürchten trotz alledem nicht, dass Cannabis eine Einstiegsdrogen darstellt, also muss man auch später nicht automatisch nach härteren Drogen greifen, wenn man Cannabis konsumiert.
Es sinken höchsten die Berührungsängste mit dem probieren von härteren Drogen.

Die Quellen zu diesen Informationen habe ich aus dem Bio und Bio-Rechtskunde heft, aus dem Gesundheitsbrockhaus, aus dem Buch: HEILER bei Fliege vom ARD Verlag, aus Broschüren die ich mir von meinem Interview Partner habe geben lassen und aus meinen gewonnenen Erkenntnissen aus dem Interview.

Die Rechtsfolgen für illegalen Cannabiskonsum und für den illegalen Handel

Die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und öffentlicher Konsum

Ein Konsum kurz vor oder gar während des Auto-, Motorrad-, oder der Kleinkraftradfahrens stellt natürlich wie bei dem Alkohol eine ständige Gefahr für einen selber und für die Mitmenschen dar. Natürlich ist ein solcher Verbot genauso illegal und verboten wie eine Teilnahme am Strassenverkehr in einem alkoholisieren Zustand. Seit dem 01.08.1998 gilt die Regelung, wer beim Autofahren THC im Blut nachgewiesen bekommt begeht eine Ordnungswidrigkeit. Anders als bei Alkohol ( wo eine Promille-Grenze festgelegt ist) gibt es dafür keine Mindest- bzw. Höchstkonzentration. Man muss mit einem Bußgeld bis zu 1500 Euro, einem Fahrverbot bis zu drei Monaten und Punkten in Flensburg rechnen. Bei einem ersten Verstoß muss man laut des Verkehrsministeriums eine Geldbuße von 250 Euro, einem Monat Fahrverbot und 4 Punkten in Flensburg rechnen. Für einen bestehenden Strafbestand reicht eine bloße Feststellung von Drogenkonsum jedoch nicht aus. ( so ein Beschluss von dem Bundesgerichtshof )

Aber genauso wenig wie Alkohol illegalisiert ist, ist der Konsum und der Besitz von geringen Mengen wie zum Beispiel 3-5 Gramm keinesfalls illegal, weder in Deutschland noch in der Schweiz oder in Holland. Die Toleranzgrenze ist jedoch alleine in Deutschland in jedem Bundesland anders. In Deutschland kocht was eine geregelte Richtlinie was das Cannabis Gesetz angeht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Es gibt sogar Bundesländer in denen noch überhaupt keine gesetzliche Grenze festgelegt ist, ab welcher Besitzmenge es zu einem Verfahren kommt, oder nicht. Zum Beispiel Sachsen hat noch keine –geringe Menge- festgelegt, die Staatsanwaltschaft Leipzig jedoch benennt in der Richtlinie eine Verfahrenseinstellung bis 5 Gramm bzw. 7 Gramm, wenn man maximal acht mal im Jahr konsumiert, keine Fremdgefährdung (Schule, Gefängnis) vorliegt und die betroffene Person erstmals mit derzeit nicht legalen Drogen erwischt wurde. Es kommt also an, in welchem Bundesland man erwischt wird. In Bayern liegt die –geringe Menge- bei 6 Gramm, in Brandenburg 3-6 Gramm, bei uns in Nordrhein- Westfalen sogar 10 Gramm genauso wie in Rheinland-Pfalz, in Hamburg gibt es zum Beispiel nur eine sehr ungenaue Richtlinie von der Grösse einer Streichholzschachtel, in Schleswig-Holstein werden sogar ein Besitz von bis zu 30 Gramm nicht weiter verfolgt was in Hessen auch der Fall ist in Berlin 15 Gramm in Niedersachsen kommt es erst ab 15 Gramm zu sozialen Maßnahmen und in Sachsen-Anhalt muss man allerhöchstens mit sozialen Maßnahmen und geringen Geldstrafen rechnen. Man kann jedoch hin und wieder mit mündlichen Ermahnungen, einer geringen Geldstrafe von bis zu 25 Euro, mit dem Entzug der Droge durch das Ordnungsamt oder der Polizei oder mit Sozialstunden rechnen. Wird man jedoch mit der –nicht geringe Menge- erwischt ( + 5 Gramm auf die –geringe Menge- ) so muss man mit einem Gerichtsverfahren rechnen, wo die Strafe von dem Richter festgelegt wird. Es kann nun zu einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr und/oder einer hohen Geldstrafe kommen. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der –Täter- mit Betäubungsmitteln in –nicht geringer Menge- Handel betreibt, oder sich in –nicht geringer Menge- abgibt oder besitzt. In den Gesetzbüchern steht, dass diese Taten als Verbrechen gelten und die Strafen nur in Ausnahmefällen zur Bewährung ausgesetzt wird.

Im Gegensatz zu der –geringen Menge- ist die –nicht geringe Menge- vom Bundesgerichtshof bei einem Richtwert von 7.5 Gramm puren THC ( je nach Qualität zwischen 50 und 100 Gramm Cannabis/Haschisch/Gras ) angesetzt.

Nachdem Bundesverfassungsgericht sei dies eine noch unangemessene Strafe und unangemessene Toleranzgrenzen.

Diese Angaben beziehen sich auf folgende Richtlinien:

  • Baden-Württemberg: Allgemeine Verfügung vom 03.08.1995, die Justiz Seite 366
  • Bayern: Rundschreiben der Generalstaatsanwälte bei den Oberlandesgerichten vom 14.08.1994
  • Berlin: Gemeinsame Allgemeine Verfügung vom 28.02.1995, Amtsblatt Seite 1299
  • Brandenburg: Verfügung vom 17.09.1993, JMB1. Bbg. Seite 158
  • Hamburg: Verfügung des Leitenden Oberstaatsanwalts vom 10.11.1992
  • Hessen: Verfügung des Generalstaatsanwalts bei dem Oberlandesgericht Frankfurt/M. vom 21.07.1995
  • Niedersachsen: Gemeinsamer Rnderlaß vom 24.11.1994, Nds. Rpfl. Seite 351
  • Nordrhein-Westfalen: Gemeinsamer Runderlaß vom 13.05.1994, JMB1. NW. Seite 133
  • Rheinland-Pfalz: Rundschreiben vom 23.08.1994, JB1. RhPf. Seite 1257
  • Saarland: Gemeinsamer Erlaß vom 07.03.1995, GMB1. Saar. Seite 150
  • Sachsen-Anhalt: Gemeinsamer Runderlaß vom 06.12.1994, MB1. LSA 1995, Seite 15
  • Schleswig-Holstein: Bek. Vom 13,05.1993, Amtsblatt für Schleswig-Holstein Seite 675

Was droht den Drogenkonsumenten bei einer Musterung?

Unter einer –Musterung- versteht man einen Urintest. Dieser wird jedoch nicht auf Drogen getestet, daher ist eine Verneinung bei einer Frage nach bestehendem Drogenkonsum nicht unbedingt wahrheitspflichtig.

Es gibt Leute, die kurz vor dem Wehdienst im Krankenhaus einen Drogenkonsum gestehen ( alleine Cannabis reicht jedoch nicht aus ) , um dem Wehrdienst zu entgehen.
Wem ein Drogenkonsum ohne andere gesetzliche Vorfälle nachgewiesen wird, hat gesetzlich nichts zu befürchten, man wird höchstens zu einem Psychologen geschickt, da die Ärzte der Schweigepflicht unterliegen.

Es wurde schon oft nach einer Festnahme wegen Drogenkonsums versucht, bei der Urin Probe einen Urinreiniger unter zu mischen. Jede Beimengung eines Stoffes zum reinigen des Urins senkt dessen Temperatur, verändert die Farbe und wird somit schon dadurch erkannt.Das hat alles also wenig Sinn, weil bei einer Untersuchung unteranderem die Temperatur des Urins gemessen und es werden Haarproben entnommen, wo Cannabis Spuren noch Monate lang nachweisbar sind. Da Haare monatlich ungefähr einen Zentimeter wachsen, kann also bei einer Länge von 20cm der Konsum von 20 Monaten nachgewiesen werden. Auch Körperhaare können einem solchem Test unterzogen werden.