Falsche Polizeibeamte am Telefon und Computer

Täter fordern Zugriff per Teamviewer auf Ihren Computer und missbrauchen Onlinebanking bzw. richten ein neues Konto ein.

Dass sich Täter gern als andere Personen ausgeben, um Betrügereien zu begehen, ist keine Seltenheit. So kommt es auch vor, dass der Name der Polizei missbräuchlich eingesetzt wird. Immer wieder gibt es Mails im Umlauf, die vorgeben von der Polizei zu stammen, jedoch gefährliche Schadsoftware in Anhang mitführen oder zu Geldzahlungen auffordern (z.B. auch über Ransomware).

Die Masche mit den falschen Polizeibeamten am Telefon ist jedoch in den letzten Jahren vermehrt angestiegen und sorgt immer wieder bundesweit für Schlagzeilen und Geschädigte, die hohe Geldsummen an die falschen Polizisten übergeben. Inzwischen haben präventive Maßnahmen dazu beigetragen, dass Bürgerinnen und Bürger nicht mehr so häufig auf die falschen Polizisten hereinfallen. Nun haben die Täter die Masche zusätzlich ein wenig verändert:

Die Täter rufen wie bisher bei Ihren potentiellen Opfern an. Mittels des sogenannten Call-ID-Spoofing wird die Rufnummernübermittlung beim Angerufenen so manipuliert, dass auf dem Display z.B. die Rufnummer der örtlichen Polizei, Staatsanwaltschaft usw. oder sogar die Notrufnummer 110 (in der Regel in Verbindung mit der örtlichen Vorwahl (z.B. 0511 110) oder anderen Zahlenfolgen vorweg) erscheint.

Die Täter geben sich als Polizeibeamte (z.B. von der örtlichen Polizei aus). Im Gespräch, welches in der Regel in sehr gutem Deutsch geführt wird, behaupten die Anrufer, man hätte in der Wohngegend einen Einbrecher geschnappt. Dieser Einbrecher hätte eine Liste von Namen mit sich geführt, auf denen auch der Name der angerufenen Person sei. Problematisch sei nun, dass angeblich ein Komplize entkommen wäre. Somit besteht die Gefahr, dass der Einbruch nun doch noch wie geplant stattfinden würde. Um auf der sicheren Seite zu seien, sollte der Angerufene Auskünfte über Wertsachen, Bankguthaben usw. am Telefon bekannt geben. Die Wertsachen/Bargeld sollten dann zur Sicherheit unbemerkt an einen verdeckt arbeitenden Polizisten übergeben werden, der in Kürze beim Haus des potentiellen Opfers erscheint. Später, wenn die Gefahr vorbei sei, würde man alles zurückerhalten.
Wenn es um Geld geht, wird auch noch die örtliche Bank in den Betrug einbezogen. Angeblich soll auch ein Bankmitarbeiter mit den Tätern zusammenarbeiten. Dieser könnte das Bankkonto des Angerufenen leerräumen. Aus diesem Grund müsse das Opfer schnellstmöglich alle Konten räumen und auch das Geld an die Polizisten übergeben. Vereinzelt werden auch angebliche Telefonmitschnitte der Einbrecher vorgespielt um die Opfer weiter zu verängstigen.
In weiteren Ausführungen wird sogar behauptet, dass durch den Mitarbeiter der Bank möglicherweise Falschgeld ausgegeben worden sei. Ein Abgleich von Seriennummern am Telefon bestätigt dann diese Behauptung. Diese Geschichten sind alle frei erfunden und die Anrufer sind nicht die Polizei oder Staatsanwaltschaft. Die Polizei ruft Sie auch niemals mit der Rufnummer 110 an.

Nun haben die Täter den Sachverhalt noch ein wenig erweitert. Um die Vermögenswerte auf der Bank zu prüfen, müsse sich der Polizeibeamte mittels Fernwartungssoftware Teamviewer auf den Computer des zukünftigen Opfers aufschalten und das Onlinebanking einsehen. Dann werden die Opfer aufgefordert, ein neues Bankkonto bei einer Onlinebank einzururichten und sich dafür mittels Video-Ident-Verfahren zu identifizieren. Auf dieses neue Konto sollte dann das gesamte Guthaben des eigenen alten Bankkontos übertragen werden. Nur so könne man den Diebstahl verhindern. Durch entsprechende Anleitung und Führung durch die Täter bekommen diese dann den vollen Zugriff auf das nun gut gefüllte neue Bankkonto. Zudem ist die Installation von Schadsoftware und das Abfragen von TAN für das Onlinebanking denkbar.

Die Polizei wird Sie niemals auffordern, Teamviewer einzurichten, ein Bankkonto zu eröffnen, Guthaben abzuheben oder auf ein anderes Konto zu überweisen/TAN bekanntzugeben

  • Lassen Sie die Täter nicht auf Ihren Computer. Installieren Sie keine Software, die die Täter vorgeben (z.B. Teamviewer oder andere mögliche Fernwartungssoftware)
  • Legen Sie bei solchen Anrufen auf und informieren Sie die örtliche Polizei.
  • Rufen Sie nicht auf den angezeigten Rufnummern zurück, sondern suchen Sie selbständig im Telefonbuch die Rufnummer der örtlichen Polizei oder wählen Sie den Notruf 110.
  • Sollten Sie zuvor mit den falschen Polizeibeamten im Telefongespräch gewesen sein, so beenden Sie das Gespräch und lassen Sie den Hörer einige Sekunden aufgelegt, damit die Verbindung durch den Provider auch vollständig beendet wird.
  • Sollte ein angeblicher Polizist bei Ihnen an der Haustür klingeln, lassen Sie sich den Ausweis zeigen. Ein echter Polizist hat Verständnis dafür, dass Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle telefonisch zurückfragen. Die Rufnummer suchen Sie bitte selber über das Telefonbuch und vertrauen Sie nicht einer Rufnummer, die ihnen mündlich (z.B. an der Haustür) mitgeteilt wird.

Die Sendung Vorsicht Falle im ZDF zeigt in einem Filmbeitrag diese Masche in der ursprünglichen Form. (Video verfügbar bis 12.11.2019)